Man kann es drehen und wenden, wie man will – es lässt sich kaum mehr abstreiten, dass die Schweiz zu einem Single-Land geworden ist. Bereits seit den 90er Jahren machen Einpersonenhaushalte den grössten Anteil der von der Statistik erfassten Wohnungen aus.

Unter den aktuell 1,3 Millionen Alleinlebenden findet sich eine große Zahl von Menschen, die die 50 bereits überschritten haben. Dies liegt zum einen fraglos daran, dass die Gesellschaft immer älter wird. Zum anderen liegt die Scheidungsquote heute bei über 40 Prozent. Es ist fast schon zur Normalität geworden, dass man nach 20 oder 30 Ehejahren getrennte Wege geht und sich neu orientiert.

Ein weiterer Grund für den hohen Anteil an älteren Menschen dürfte sein, dass die Partnersuche ab 50 alles andere als einfach ist. Wer sich im Spätherbst seines Lebens befindet, kann nicht mit der Lebenskraft und der Physis eines 25-Jährigen aufwarten. Aus diesem Grund scheuen sich viele Alleinstehende aus der Generation 50plus, aus ihrer Deckung herauszukommen und auf dem Single-Markt ihr Glück zu versuchen.

Dabei übersehen sie oft, dass das jeweils andere Geschlecht mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat wie man selbst. Vor allem Männer leiden bisweilen unter starken Minderwertigkeitskomplexen, die nicht selten darauf zurückzuführen sind, dass ihr letzter Kontakt zum weiblichen Geschlecht schon längere Zeit zurückliegt.

Die Mobilität nimmt im Alter ab

Aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen fällt es über 50-Jährigen oftmals schwer, sich an Orte zu begeben, wo sie ihrem zukünftigen Partner begegnen könnten. Zu Fuss durch die Stadt zu laufen, kann unter Umständen zu einer wahren Tortur werden. Sich mit einem Gehstock sehen zu lassen, stellt für die Betroffenen aus nachvollziehbaren Gründen keine Option dar. Auch bei der Partnersuche ab 50 will man sich in einem guten körperlichen Zustand präsentieren. Ist dies nicht möglich, verzichten viele ältere Singles auf den Kontakt zu potenziellen Partnern und bleiben lieber allein.

Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, auch mit eingeschränkter Mobilität einen Lebenspartner zu finden. Sehr beliebt sind momentan sogenannte E-Bikes, die mit einem minimalen Kraftaufwand eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen. Mit einem solchen Fortbewegungsmittel kann man in kürzester Zeit an fast jeden Ort gelangen – sogar dorthin, wo Autobesitzern die Zufahrt verwehrt ist. So wird die Partnersuche ab 50 zu einer Entdeckungsreise, auf der man den eigenen Wohnort neu erkunden kann.

Das Internet wird noch zu wenig genutzt

Dass der Besuch von Singlebörsen eine effiziente Methode ist, um einen neuen Partner zu finden, ist für Angehörige der jungen Generation nichts Neues. Für die Partnersuche ab 50 werden derartige Portale noch immer viel zu selten genutzt – und das, obwohl inzwischen ein Grossteil der über 50-Jährigen über einen Computer mit Internetzugang verfügt.

Eine der Ursachen für diesen Zustand ist ohne Zweifel die Tatsache, dass sich die meisten Partnerportale auf eine eher junge Zielgruppe konzentrieren. Der durchschnittliche Singlebörsen-User ist zwischen 30 und 40, steht voll im Leben und hat keine Kinder. Wer schon etwas älter ist, hat oft keine andere Wahl, als sich auf solche Seiten zu konzentrieren, die auf die Partnersuche ab 50 ausgelegt sind.

Zum Glück existiert im deutschen Sprachraum inzwischen eine ganze Reihe derartiger Internetportale. Diese verfügen freilich nicht über das Werbebudget von Firmen wie „eDarling“ oder „Swissflirt“ und sind folglich weniger bekannt. Doch dies könnte sich schon bald ändern: Früher oder später werden die Unternehmen merken, dass die Partnersuche ab 50 ein lukratives Geschäft ist. Die Zielgruppe ist in der Regel zahlungskräftig und kann es sich ohne Weiteres leisten, bezahlte Mitgliedschaften abzuschliessen. Es ist daher sicherlich nicht zu vermessen, zu behaupten, dass Singlebörsen für Menschen ab 50 ein riesiger Zukunftsmarkt sind.